Neue Beiratsreihe: Im Gespräch mit ... Dr. Dieter Steinkamp, Vorsitzender des Beirats

Mit unserer neuen Beiratsreihe geben wir den Mitgliedern unseres Beirats eine Stimme. Sie teilen ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Perspektiven rund um den Wasserstoffhochlauf und die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft.

Den Auftakt macht unser Beiratsvorsitzender Dieter Steinkamp. Im Interview spricht er unter anderem über die Rolle des Beirats, die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit und seine Vision für den Wasserstoffstandort Rheinland.

1. Was hat Sie persönlich motiviert, Teil des Beirats des Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland e.V. zu werden?

Klimaneutrale Brennstoffalternativen sind für unsere Industrie und Wirtschaft von zu großer Bedeutung, um darauf zu warten, dass sie irgendwann von allein marktfähig werden. Der Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes braucht Menschen und Organisationen, die diesen Prozess aktiv begleiten. Der Beirat bietet die Möglichkeit, Erfahrungen einzubringen und die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft konstruktiv zu unterstützen.

2. Welche Rolle spielt das Thema Wasserstoff aktuell in Ihrer täglichen Arbeit oder in Ihrer Organisation?

Für die Energiewirtschaft stellt sich bereits heute die Frage, wie der Ersatz von Erdgas künftig organisiert werden kann. Deshalb müssen schon jetzt die notwendigen Planungen für die Strom- und Wärmeproduktion angestoßen und neue Lösungen entwickelt werden. Nur wenn frühzeitig gehandelt wird, bleiben Transformationsaufwand und -kosten für den Markt beherrschbar.

3. Welche Chancen sehen Sie durch den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft für den Rhein-Kreis Neuss und das Rheinland?

Der Rhein-Kreis Neuss und das Rheinland gehören zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen Europas und verfügen über eine exzellente Netzinfrastruktur. Damit sind bereits heute wichtige Voraussetzungen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorhanden. Die Region bietet zudem die Nähe zu industriellen Kunden und damit gute Bedingungen für die weitere Entwicklung des Marktes. Aus meiner Sicht wird die Wasserstoffwirtschaft hier einen sehr geeigneten Standort vorfinden.

4. Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen beim Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft?

Die größte Herausforderung besteht weiterhin darin, das Henne-Ei-Problem zu lösen. Produzenten und Abnehmer müssen Projekte gemeinsam angehen und Schritt für Schritt skalieren. Nur so können die erforderlichen Mengen entstehen und die notwendige Kostendegression erreicht werden. Entscheidend wird sein, dass beide Seiten den Markthochlauf gemeinsam vorantreiben.

5. Warum sind Netzwerke wie der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland aus Ihrer Sicht wichtig für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft?

Der Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes erfordert das Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Akteure. Der Wasserstoff Hub RKN/Rheinland e.V. hat – so, wie er besetzt ist – die Chance, Investoren, Finanzierer, Forschungseinrichtungen, Entwickler und potenzielle Kunden zusammenzubringen. Gerade dieser Austausch ist wichtig, um Projekte anzustoßen und die Entwicklung des Marktes voranzutreiben.

6. Was möchten Sie persönlich im Beirat des Wasserstoff Hubs einbringen oder voranbringen?

Ich möchte vor allem mein Netzwerk sowie meine Erfahrungen aus der Entwicklung und Umsetzung von Projekten einbringen. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft erfordert den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren und Branchen. Hier kann ich meine Erfahrungen und Kontakte nutzen, um Entwicklungen zu unterstützen und Verbindungen zu schaffen.

7. Welche Entwicklung im Wasserstoffbereich halten Sie aktuell für besonders spannend oder richtungsweisend?

Wir stehen aktuell an der Schwelle von der Erprobung hin zur kommerziellen und industriellen Anwendung von Wasserstoff. Besonders spannend ist dabei, dass in Deutschland zunehmend Elektrolyseanlagen mit größeren Kapazitäten entstehen. Daran lässt sich erkennen, dass die Technologie Schritt für Schritt in die industrielle Praxis überführt wird.

8. Wenn Sie an die Wasserstoffwirtschaft in zehn Jahren denken: Was hoffen Sie, dann sagen zu können?

Ein funktionierender Wasserstoffmarkt ist entstanden.

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Themenabend „Wasserstoff für den Strukturwandel in NRW – Technologien, Anwendungen und Wertschöpfung