4. Tag des Wasserstoffs: Von Nachwuchsförderung zur praktischen Umsetzung
Rund 130 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulen, Wasserstofftechnologien zum Anfassen und eine Diskussion über die Zukunft des Wasserstoffmarktes: Beim 4. Tag des Wasserstoffs am 1. Oktober 2026 auf Gut Gnadental in Neuss standen sowohl die Fachkräfte von morgen als auch die Herausforderungen der heutigen Wasserstoffwirtschaft im Mittelpunkt.
Wasserstoff erleben und verstehen
Am Vormittag begrüßte der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland e. V. rund 130 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulen: dem Gymnasium Norf, dem Norbert-Gymnasium Knechtsteden, der Gesamtschule Norf, der Realschule Hackenbroich, der Rita-Süssmuth-Realschule, dem BBZ Dormagen und der Dönhoff-Realschule Pulheim.
Ziel des Schülerprogramms war es, Interesse an MINT-Themen und der Energiewende zu wecken und jungen Menschen Einblicke in technische Anwendungen und berufliche Perspektiven zu ermöglichen.
Den Auftakt gestaltete Joachim Jungsbluth vom Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT). Unter dem Titel „Wasserstoff hautnah – wann es puff und wann es peng macht“ demonstrierte er mit Experimenten die Eigenschaften von Wasserstoff und erläuterte, worauf es beim sicheren Umgang mit dem Energieträger ankommt.
Anschließend konnten die Jugendlichen an verschiedenen Stationen selbst aktiv werden, Fragen stellen und mit Fachleuten ins Gespräch kommen. Das BBZ Dormagen zeigte anhand eines Modellfahrzeugs, wie Wasserstoff durch Elektrolyse erzeugt und anschließend als Energieträger genutzt werden kann. HC-H2 veranschaulichte mit einem großen Legomodell die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Anwendung.
Ein weiterer Programmpunkt war der 16-Tonnen-Radbagger von DEUTZ mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Darüber hinaus waren Siemens Energy, Westnetz, Stadtwerke Neuss, KWS Energy Knowledge eG, TÜV SÜD und Zülow vertreten. Die Unternehmen und Institutionen boten Einblicke in die Wasserstoffwirtschaft und ermöglichten den Schülerinnen und Schülern Gespräche über technische Entwicklungen, Projekte sowie Ausbildungs- und Berufsperspektiven.
Die Gespräche gingen dabei auch über technische Fragen hinaus. So beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Themen der Klima- und Energiegerechtigkeit.
DigiTalk: Wie kommt Wasserstoff in die wirtschaftliche Anwendung?
Am Abend stand beim DigiTalk „Wasserstoff im Realitäts-Check – Wo stehen wir, wo geht es hin?“ die Umsetzung der Wasserstofftechnologien im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand gemeinsam mit der Digitalen Stadt Düsseldorf statt.
Nach der Begrüßung durch Sandra Lohr, Erste stellvertretende Landrätin des Rhein-Kreises Neuss, eröffnete Dr. Timo Ortjohann von der DEUTZ AG den fachlichen Teil mit einem Impulsvortrag. Sein Fazit: Die technischen Lösungen sind vorhanden. Für ihren wirtschaftlichen Einsatz sind insbesondere der Ausbau der Infrastruktur und wettbewerbsfähige Kosten entscheidend.
Anschließend diskutierten Dr. Dieter Steinkamp, Beiratsvorsitzender des Wasserstoff Hubs, Andreas Rimkus, Wasserstoffbotschafter und Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e. V., sowie Vincent Daub, Vice President Commercial bei Greenlyte Carbon Technologies, über die nächsten Schritte beim Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes. Moderiert wurde die Diskussion von Stephan Schneider von der Digitalen Stadt Düsseldorf.
Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Aufbau von Produktions- und Verteilstrukturen sowie die Frage, wie aus bestehenden Strategien und Technologien konkrete Investitionen und tragfähige Geschäftsmodelle entstehen können.
Andreas Rimkus brachte die zentrale Herausforderung auf den Punkt: „Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsdefizit.“ Entscheidend sind jetzt Rahmenbedingungen, unter denen investiert und tatsächlich umgesetzt werden kann.
Auch die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit wurde diskutiert. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Akteure müssen ihre jeweiligen Kompetenzen zusammenbringen, damit Projekte entwickelt und wirtschaftlich umgesetzt werden können.
Zwei Perspektiven auf die Zukunft des Wasserstoffs
Der 4. Tag des Wasserstoffs verband damit zwei Aufgaben: Junge Menschen für technische Berufe und die Energiewende zu interessieren und zugleich die Voraussetzungen dafür zu diskutieren, dass Wasserstofftechnologien künftig breiter eingesetzt werden können.
Der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland e. V. bedankt sich bei allen beteiligten Schulen, Unternehmen und Institutionen für die Mitgestaltung des Tages. Ein besonderer Dank gilt Zülow Elektronik, die mit den Räumlichkeiten auf Gut Gnadental den passenden Rahmen für die Veranstaltung geschaffen haben.

